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Liebe Freunde von Inspektor Barnaby!

Nun ist es langsam an der Zeit für John Nettles den Schwanengesang anzustimmen!

 

Millionen von Barnaby- Fans auf der ganzen Welt und meine bescheidene Wenigkeit,

wissen ja schon beinahe drei Jahren, daß John Nettles aus der Serie aussteigt.

Natürlich war es seinerzeit ein großer Schock für mich als ich diese Mitteilung gelesen habe.

Andererseits- kann ich es auch verstehen! Dreizehn lange Jahre hat John den scheinbar schwerfälligen Tom Barnaby mehr als exzellent dargestellt.

 

Sex, Gier und Machtstreben, das waren die Zutaten für die besondere Mischung der Mordfälle,

im wohl nicht so beschaulichen Midsomer.

Mit seinen wechselnden Sergeants, wobei mir persönlich, Daniel Casey als Gavin Troy, am allerliebsten war, löste er die kompliziertesten Mordfälle.

 

Natürlich basierte der Erfolg von Inspektor Barnaby nicht nur auf der schauspielerischen Leistung von John Nettles! Die Arbeit des ganzen Teams war einfach wunderbar. Bei dieser Gelegenheit möchte ich Joys Nettles, der Castingdirektorin und Johns erste Frau, ein großes Lob aussprechen.

Sie fand mit großem Fingerspitzengefühl immer die passenden Schauspieler für die richtigen Rollen.

 

Um nur einige zu nennen fallen mir spontan Robert Hardy, Orlando Blum,Hugh Bonnoville,

Timothy West und Robert Glinester ein.

Das ist natürlich nur eine kleine Auswahl, alle die ich nicht erwähnt habe, mögen mir verzeihen!

 

Und so konnten wir schon vor vielen Jahren John Nettles Nachfolger in der Serie, Neil Dudgon, in einer Folge als gärtnender Frauenheld bewundern.

Selbstverständlich kann ich mir noch kein Urteil über Johns Nachfolger erlauben, neue Folgen werden demnächst gesendet.

Aber ich kann jetzt schon in Abwandlung eines Sprichwortes aus meiner Heimatstadt Wien

zitieren:"Inspektor Barnaby ohne John Nettles ist wie ein Würschtel ohne Senf!"

 

Als junge Frau liebte ich John in der Rolle des "Bergerac". Wie groß war meine Freude ihn als Tom Barnaby wieder auf dem Bildschirm erleben zu dürfen!

 

Da das ZDF sich mit der Ausstrahlung von Inspektor Barnaby sehr viel Zeit gelassen hat, können wir nun ganz entspannt Tom Barnaby auf dem Weg in den wohlverdienten Ruhestand begleiten.

So wie John Nettles mich über Jahrzehnte via Bildschirm begleitet hat, sind wir gemeinsam älter geworden.

Bye,bye Tom Barnaby, Servus John Nettles! Alles Liebe und Gute für die Zukunft für euch!!!!!!!!

BONN, den 30.06.2013

 

 

 

Liebe Freunde von Hercule Poirot!

Ende September ist die Collection 12 erschienen und wurde mir, die ich alle

Folgen von dieser Serie besitze, auch pünktlich zugestellt.

 

Ich bin seit über fünfzig Jahren Agatha Christie- Fan und kenne alle ihre

Romane und natürlich auch die verschiedenen Verfilmungen.

 

Sir Peter Ustinov (im Himmel) möge mir verzeihen, aber das, was David Suchett

in den 25 Jahren, die er für die Verfilmung von allen Hercule Poirot Büchern

geleistet hat, ist grandios und eigentlich unbeschreiblich schön!

 

Ich wollte mir dieses aller letzte Juwel und vor allem die Folge "Vorhang"

nicht so bald ansehen. Es kam mir vor, wie wenn man eine erlesene Bonboniere

geschenkt bekommt und sich die edelsten Pralinen bis zum Schluss aufhebt, um sie dann bei einem besonderen Anlass mit Freuden zu genießen.

 

Das ist natürlich Unsinn!!! Natürlich habe ich mir die Collection 12 sofort angesehen. Ich schaffte es aber, mir täglich nur einen Film anzusehen, soviel Charakterstärke musste sein!

 

Und was soll ich sagen, es war noch viel, viel besser als ich mir es erträumte.

Es hatte alles gestimmt und perfekt, sogar sein Tod war würdevoll, Hercule

Poirot ist so gestorben, wie er gelebt hat.

 

Natürlich habe ich geweint, obwohl ich den Roman schon zigmal gelesen

habe und das Ende kannte. Aber wenn sogar David Suchett bei einem

Gespräch in der drauffolgenden Dokumentation Tränen in den Augen hatte,

durfte ich doch auch ein wenig sentimental werden. Oder?

In der Dokumentation wurde auch ganz deutlich klar, was für ein wundervoller

Schauspieler David Suchett ist. Man ist ganz irritiert wenn David ganz normal

spricht und keineswegs durch die Gegend trippelt und statt dem Homburg

eine schicke, normale Sportkappe auf dem Kopf trägt.

 

Ich fand David umwerfend wie er das Personal vom Orient Express liebenswürdig

begrüßt und die Zugbegleiter herzlich umarmte. Und wie er dem Museum seinen

berühmten Gehstock geschenkt hat. Und die Idee, das Haus von Agatha Christie

für die Folge" Wiedersehen mit Mrs. Oliver", zur Verfügung zu stellen war großartig! Und, und, und.......

 

Wie unschwer zu erkennen ist, bin ich ein Riesenfan von englischen Fernsehserien, im speziellen Krimiserien, aber das was David Suchett da geschaffen hat, ist wohl einmalig in der Geschichte des Fernsehen. 

Ob beabsichtigt oder nicht, er hat sich damit ein Denkmal gesetzt!!

 

Dreimal darf der geneigte Leser raten was ich gemacht habe, als die letzte Klappe

gefallen ist? (??????) Ja, natürlich, ich pflege meine Trauer über Hercule

Poirot`s Tod, indem ich bei Collection 1 wieder beginne. So einfach kann

das Leben sein!!!!!!!!!

 

BONN, den 29.10.2014

 

 

 

Die bezaubernde Miss Marple

Habe ich in meiner letzten Geschichte ausführlich über den Tod von Hercule Poirot berichtet, sehe ich mich jetzt in der Pflicht von der zweiten, genau so berühmten Romanfigur, nämlich Miss Marple zu

schreiben.

 

Leider, oder Gott sei Dank, wie immer man es auch betrachtet, gibt es nichts über ihren Tod zu berichten. Miss Marple hat sich schlicht und ergreifend in Luft aufgelöst.

 

Wenn ich richtig recheriert habe, der geneigte Leser möge mir verzeihen falls es nicht stimmt, war "Ruhe unsanft" der letzte Roman in dem Miss Marple auf ihre unnachahmliche, altjüngferliche und doch mitten im Leben stehende Art und Weise einen Kriminalfall löst.

 

Trotz ihrer Erziehung, die seinerzeit vorsah, dem männlichem Geschlecht mit äußerster Vorsicht und angemessener Ehrerbietung, (Hilfe, was für ein furchtbares Zeitalter!) zu begegnen, hat sie die diversen Kriminalinspektoren meistens sehr alt aussehen lassen.

Aber irgendwie brachte sie es fertig, das die Männer von der Polizei überzeugt waren, sie hätten den Mordfall ganz alleine gelöst.

 

Viele Menschen machten den Fehler in Miss Marple ein ältliches, meistens Baby Jäckchen strickendes Fräulein zu sehen. Da hatten sie sich aber mächtig täuschen lassen! Miss Marple wusste Bescheid

über Ehebruch, krankhafte Eifersucht und alle Schlechtigkeiten die

ein Mensch sich ausdenken kann.

Das kam daher, das in dem kleinen Dorf St. Mary Mead, in dem Miss Marple zu Hause war, genau so viel Böses passierte, wie in der großen weiten Welt. Und dadurch ergab sich für Miss Marple die Gelegenheit, ihre Mitmenschen hautnah und quasi von ihrer Haustüre aus mit unschuldigen Blicken zielsicher zu beobachten.

Natürlich respektierte man sie und kein Mensch kam auf die Idee, das diese reizende alte Dame ein kriminalistisches Ass war.

 

Und doch hätte ich gerne gewusst was mit ihr geschehen ist. Natürlich kann jeder Schriftsteller, in diesem Fall Agatha Christie, mit seiner Figur machen was er will, aber es ist sehr rätselhaft.

Aber rätselhafte Dinge waren eine Sache, die Agatha Christie gerne mochte. In "Das Geheimnis der Agatha Christie", versuchte man zu enträtseln, warum sie in den 1920er Jahren für zehn Tage spurlos

verschwand. Dieses Rätsel wurde nie gelöst.

 

Und so lasse ich in meiner Fantasie Miss Marple friedlich und mit einem Lächeln auf den Lippen einschlafen.

Ich vermute sie im Himmel, wo ihr Hercule Poirot einen Strang Wolle hält und sie ein flauschiges Knäuel aufwickelt. Ja, genau so muss es sein!!

 

Nun möchte ich mich gerne den verschiedenen Darstellungen durch ganz hervorragende Schauspielerinnen widmen. Den Anfang macht Margaret Rutherford in vier Verfilmungen von 1961-1964. Sie war wohl die untypischste Miss Marple Darstellerin, aber sie hat dieser Rolle einen speziellen Stempel aufgedrückt und im Leben möchte ich sie nicht vermissen. Ich vergleiche sie gerne mit Sir Peter Ustinov, der mit dem Roman- Hercule Poirot  nicht viel gemeinsam hat. Und doch hat er gefallen.

Ich darf an dieser Stelle anmerken, das David Suchett für mich der größte Hercule Poirot Darsteller aller Zeiten ist.

Agatha Christie selbst konnte sich nicht mit der alles andere als zart und zerbrechlich wirkenden Margaret Rutherford anfreunden. Schon damals hat sie mit Joan Hickson geliebäugelt.

Schließlich und endlich war sie dann doch mit dem Ergebnis zufrieden und die beiden Damen freundeten sich an.

 

Dann kam die große Stunde von Joan Hickson. Sie, die bei Margaret Rutherford eine kleine Nebenrolle spielte, wurde die neue Miss Marple! Und zwar in den Jahren von 1984- 1992. Und sie entsprach Agatha Christie`s Miss Marple hundertprozentig! Sie war klein und zart und präsentierte etwas schutzbedürftiges, das aber natürlich nicht der Wirklichkeit entsprach. Gut in Erinnerung ist mir die Verfilmung von "Eine karibische Affäre" geblieben, wo sie mit Hilfe von Donald Pleasence einen besonders heimtückischen Mörder zu Fall brachte.

 

Ihr folgte in den Jahren 2004-2007 Geraldine Mc Ewan, die auch sehr nahe an die vorgezeichnete Figur herankam. Sie spielte diese Rolle sehr bezaubernd und charmant, und hatte auch im Alter noch etwas sehr mädchenhaftes an sich. Leider musste sie aus gesundheitlichen Gründen aufhören.

Über Helen Hayes, die Miss Marple in amerikanischen Verfilmungen darstellte, möchte ich mich eigentlich nicht äußern.

 

Und obwohl ich Angela Lansbury sehr verehre, bin ich mit ihrer Darstellung als Miss Marple in dem Kinofilm "Mord im Spiegel" nicht einverstanden. Sie war meiner Meinung nach zu groß und es fehlte ihr das zerbrechliche von der Miss Marple Figur. Uns als absolutes "no go" war eine Szene mit ihrem Neffen Raymond (dargestellt von Edward Fox) wo sie eine Zigarette rauchte. Das wäre ungefähr genauso ein Faux Pass wie wenn Hercule Poirot mit hängendem Schnurrbart und ungeputzten Schuhen aus dem Haus gegangen wäre.

 

Dennoch habe ich sie alle geliebt und verehrt. Die "neue" Miss Marple, Julia Mc Kenzie, die ab 2004 diese berühmte Romanfigur verkörpert, habe ich leider noch nicht gesehen. Ich kenn sie aber aus verschiedenen Filmen, wobei sie mich in "Dead in Holy Order" besonders berührt hat.

 

Agatha Christie begleitet mich seit meinem vierzehnten Lebensjahr.

Ohne Miss Marple und Hercule Poirot wäre mein Leben um einiges ärmer.

 

Ich hoffe, das ich Ihnen, verehrte Leser, einen kleinen Über-bzw. Einblick in Englands berühmteste alte Dame vermitteln konnte.

 

Marianne Oelling

Bonn, den 16.08.2015